1 Sep 2010

Zum Erhalt der Fankultur

Am 9.10. werden Ultras und Fußballfans aus ganz Deutschland in Berlin “für den Erhalt der Fankultur” demonstrieren.

Zur Demo werden wir öffentliche Busse aus Bremen anbieten. Eingeladen ist jedeR, der/die die Demonstration unterstützen möchte und sich an unseren antirassistischen und diskriminierungsfreien Grundkonsens hält. Wer sich anmelden möchte oder weitere Fragen hat, schreibt bitte eine Mail an [info[at]racaille.de]. Anmeldungen sind ab sofort auch bei Heimspielen an unserem Stand möglich.

Auf der Demonstration wird jede Fanszene Demoshirts in den Vereinfarben, aber mit gleichem Inhalt tragen. Die Menschen, die mit uns gemeinsam mit dem Bus nach Berlin fahren, werden automatisch ein solches T-Shirt erhalten.

Es besteht aber selbstverständlich auch für Werderfans aus dem Süden oder andere Fans, die anderweitig anreisen wollen, die Möglichkeit, diese Shirts vorher für einen geringen Preis bei uns zu bestellen, sodass der Bremer „Block“ in Berlin ein einheitliches Bild abgeben kann.

Schließt Fahrgemeinschaften und bestellt (möglichst) gesammelt eure T-Shirts bei uns. Dies könnt Ihr wiederum unter den bekannten Möglichkeiten (Mail oder Stand am Spieltag) tun.

Auf nach Berlin – lasst uns gemeinsam ein wichtiges Zeichen setzen!

22 Aug 2010

Neue Parole - das muss gefeiert werden!

Zu kaufen gibt es das gute Stück natürlich zu besagtem Termin in der Buchte oder bei den folgenden Spielen irgendwo in der Nähe des Ostkurvensaals.

22 Aug 2010

Ausstieg aus der AG Fandialog?

Die Fanorganisationen ProFans, BAFF, F_in und Unsere Kurve haben eine Pressemitteilung verfasst, die wir euch nicht vorenthalten wollen:

Fanvertreter enttäuscht über AG Fandialog
Fanorganisationen ProFans, Unsere Kurve, BAFF und F_in reagieren auf die Entwicklung und erwägen Ausstieg zur Winterpause

Hamburg, 18. August 2010 – Nach fast drei Jahren kann seitens der Fanorganisationen über die bisherige Arbeit innerhalb der AG Fandialog, zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf der einen Seite und den Fanorganisationen auf der anderen, kein positives Resümee gezogen werden.

Ursprünglich wurde die Arbeitsgruppe Fandialog ins Leben gerufen, um die gemeinsam erarbeiteten Themen des DFB-Fankongress 2007 in Leipzig im Nachgang zu diskutieren und umzusetzen sowie den Dialog zwischen Fans und Offiziellen zu verbessern und zeitnah sowie aktuell zu halten. Die Realität sieht leider ganz anders aus.

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11 Aug 2010

Pro Regionalliga-Reform 2012

An keinem Fußballfan sollte in den letzten Monaten die Tatsache vorbeigegangen sein, dass insbesondere in den Regionalligen reihenweise Traditionsvereine an den wirtschaftlichen Auflagen des DFB scheitern. In der Regionalliga West wurde der Abstieg allein durch wirtschaftliche Aspekte entschieden, im Süden stellte sich die Lage nicht viel besser dar und auch im Norden musste ein Traditionsverein aus finanziellen Gründen das Handtuch werfen. Hinzu kommt die Unattraktivität der Regionalligen, in denen weder sportliche noch wirtschaftliche Gerechtigkeit herrscht. Hauptsächlich dafür verantwortlich sind die U23-Mannschaften der Lizenzvereine. Nicht nur, dass sie unter komplett anderen wirtschaftlichen und sportlichen Bedingungen starten und so den Wettbewerb verzerren. Es will sie einfach auch niemand sehen, die Stadien bestechen bei diesen Partien durch gähnende Leere auf den Rängen. Insgesamt 24 Zweitvertretungen tummeln sich in den Regionalligastaffeln, davon zehn allein im Westen und neun im Süden. Aufgrund der ungleichen Lizenzierungsbedingungen für Erstmannschaften und U23-Teams von Proficlubs ist diese Tendenz weiter steigend.

Die Initiative „Pro Regionalliga Reform 2012“ kämpft gegen diese Umstände an und für uns als Gruppe ist es der richtige Schritt, diese Initiative zu unterstützen. In der Sommerpause wurde von der Initiative bereits mit dem Sammeln von Unterschriften und der Suche nach Unterstützern begonnen. Registriert haben sich inzwischen 9028 Personen und 234 Fanclubs von 83 Vereinen. Außerdem gab es zu Saisonbeginn der Regionalligen gemeinsame Aktionen in den verschiedenen Stadien. Auch wir werden uns an diesen Aktionen beteiligen. So könnt Ihr unter anderem in Zukunft an den Heimspielen Eure Unterschrift zur Unterstützung der Aktion bei uns am Stand abgeben. Weitere Infos, Fotos von den Protestaktionen in den Stadien sowie eine Online-Petition findet Ihr auf der Homepage der Initiative.

11 Aug 2010

Racaille goes ProFans

Ab sofort werden wir als Gruppe an der Fanorganisation „ProFans“ teilnehmen und diese unterstützen.
Wir schätzen „ProFans“ als sinnvolle Organisation und denken, dass es der Ultraszene und den aktiven Fans gut tut und für die Zukunft absolut notwendig ist, sich in bestimmten Punkten zu vernetzen und zusammenzuarbeiten.
Deshalb werdet Ihr zukünftig hier auf der Homepage, im Fanszene-Forum, aber auch vor allem im und um das Stadion von verschiedenen Aktivitäten im Rahmen von „ProFans“ hören, sehen und lesen.
Für Kritik, Fragen und Anregungen stehen wir Euch natürlich auch bei diesem Thema immer zur Verfügung – am liebsten persönlich, im Notfall auch per Mail.

13 Apr 2010

Ab übermorgen: Tatort Stadion 2 in Bremen

Heute machen wir einmal Werbung - für eine Ausstellung, auf die wir uns seit Monaten freuen und die wir für ausgesprochen wichtig halten. Es geht um die Neuauflage von Tatort Stadion, die 2001 vom Bündnis aktiver Fußballfans (BAFF) erarbeitet wurde und seitdem an beinahe 200 Orten gezeigt wurde - 2003 auch in Bremen. Wieder haben sich aktive Fans aus ganz Deutschland an die Arbeit gemacht, um über Diskriminierung im Stadion sowie Gegenaktivitäten zu informaieren. Das Ergebnis ist nun ab Donnerstag, den 15. April in der Unteren Rathaushalle zu sehen. Gastgeberin ist die AG Werderfans gegen Diskriminierung, und so wird es auch zwei Tafeln mit Bezug zu unserer Szene geben. Zudem werden zwei Abendveranstaltungen angeboten: Einmal geht es um Antisemitismus (19. April), einmal wird der 65. Jahrestag der Befreiung Bremens (26. April) mit einem Vortrag zum Thema begangen. Alle weiteren Informationen sind hier nachzulesen.

11 Apr 2010

Gegen den übereifrigen Staat

Beim Spiel gegen Freiburg zeigten wir drei Spruchbänder:

“L’état trop zélé = l’ennemi principal du supporterisme!” - “Der übereifrige Staat = der Hauptfeind der Fans!” - “Solidarité avec Auteuil, Lyon, Montpellier et Nissa!”

In den letzten Wochen erreichten uns viele bedrückende Nachrichten aus Frankreich. Viele von uns respektierte Gruppen (Supras Auteuil, Authentiks, Grinta, Cosa Nostra Lyon, Butte Paillade, Armata Ultras, Brigade Sud Nice) droht die staatliche Auflösung, so dass wir ihnen mit den Transpis unsere Solidarität ausdrücken wollen. Darüber hinaus wollen wir den Aktionismus des französischen Staates kritisieren, mit dem dieser versucht, die durchaus existenten Probleme in den Stadien in den Griff zu bekommen. Ein Phänomen, welches nicht nur in Frankreich zu beobachten ist…

Im Folgenden wollen wir kurz versuchen, sowohl die Auslöser für die Repressionswelle zu beleuchten, als auch die Willkür und die Wirkungslosigkeit dieser Maßnahmen. Nach mehreren kleineren Zwischenfällen im Verlauf dieser Saison kam es beim Ligue 1 Spiel zwischen Paris Saint-Germain und Olympique Marseille zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fankurven von Paris, dem rechtsgerichteten Kob of Boulogne und der multikulturellen Virage Auteuil und ihrem Anhängsel auf der Tribune G. Zwischen diesen beiden Kurven kam es in der Vergangenheit regelmäßig zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, nur gab es diesmal einen Toten zu beklagen. Vor dem Spiel griffen 150 Leute des Kobs die Virage Auteuil vor den Toren des Stadions an. In diesem Zusammenhang wurde einer der Angreifer am Boden liegend zu Tode geprügelt.

So traurig dieser Vorfall ist, möchten wir an dieser Stelle zum Ausdruck bringen, dass jahrzehntelange Versäumnisse in Sachen Fanarbeit sich nicht durch staatliche Gruppenauflösungen wieder gut machen lassen.

Beispiel 1 ist auch in Paris zu finden. Im Anschluss an das Ligapokalfinale 2008 Paris SG – RC Lens wurde die Hauptgruppe des Kob of Boulogne, die Boulogne Boys, verboten, da diese ein diskriminierendes Plakat entrollt hatten und sich auch in der Vergangenheit bereits mit ähnlichen Aktionen „geglänzt“ hatten. Dass gerade jetzt der Kob einen Toten zu beklagen hat, ist ein klares Indiz dafür, dass die Fans nicht verschwinden, sobald ihre Gruppe aufgelöst ist. Dementsprechend lösen staatliche Gruppenauflösungen nicht die Probleme in den Stadien. Stattdessen beschleicht uns der Eindruck, dass die Politik hier versucht, Aktivität um der Aktivität wegen zu zeigen, ist doch das Thema „Sicherheit“ eines, das bei jedweder Wahl für Stimmen sorgt.

Beispiel 2 ist in England zu finden. England wird in diesen Tagen als ein Vorbild beschrieben, in welche Richtung sich doch der französische Fußball weiterentwickeln soll. So führte Jean-Pierre Escalettes, Präsident des französischen Fußballverbandes, aus, dass man mittels Repression und erhöhten Ticketpreisen versuchen möchte, ein ähnliches Publikum wie auf der Insel anziehen zu können. An dieser Stelle sei auf die Stellungnahme der Dortmunder Ultragruppierung “The Unity” zum Mainz-Spiel verwiesen, wo diese wie folgt ausführt: “So gab es 2008/2009 etwa 1.300 Festnahmen in Englands Premier League, vergleichbare Zahlen aus Deutschland liegen nicht vor, hier werden nur die eingeleiteten Strafverfahren aufgezählt (2.107), denen nicht immer eine Festnahme vorausgeht.“ Hieraus lassen sich zwei Schlüsse ziehen: Einerseits sind teurere Eintrittskarten nicht mit “Sicherheit” gleichzusetzen, andererseits gilt es zu bedenken, dass sich die Gewaltproblematik häufig aus dem Stadion in das nähere Umfeld verlagert. Vielleicht ist diese dann nicht so sehr sichtbar, aber das Problem ist offensichtlich noch existent. Für das subjektive Sicherheitsgefühl mag das vielleicht ausreichend sein, jedoch kann es nicht die Aufgabe der Politik sein, ausschließlich dieses Gefühl zu bedienen. Vielmehr sollte diese doch derartige Probleme an der Wurzel packen. Und die Wurzel ist eben nicht die Gruppe als solche, sondern die Menschen die diese konstituieren.”

An dieser Stelle sei erwähnt, dass es in Frankreich so gut wie keine Fanarbeit gibt. Fanprojekte, welche in Deutschland einen großen Anteil daran hatten, die Hooliganproblematik der 80er Jahre einzudämmen, sind beispielsweise nahezu gänzlich unbekannt. Stattdessen läuft Fanarbeit in den Gruppen ab. Ältere, verantwortungsvolle Mitglieder, versuchen sowohl den Jüngeren den Weg zu zeigen, was das Fandasein als auch das Privatleben betrifft. Es erscheint logisch, dass dieser Weg sicherlich nicht so effizient ist, wie jener der gezielten Fanarbeit. Jedoch gilt es zu bedenken, dass jetzt genau diese etablierten Strukturen durch die Zwangsauflösungen wegfallen, wie auch die Brigade Sud Nice in ihrem Communiqué beschrieben.
Die BSN ist eine der Gruppen, die aktiv nach einem Konsens zwischen Ultras und der Politik gesucht haben. Regelmäßig wurden Gespräche auf lokaler sowie auf nationaler Ebene geführt, um ebendies zu erreichen. Insbesondere die Staatssekretärin für Sport, Rama Yade, engagierte sich auf Seiten des Staates stark für diesen Dialog. Nachdem es beim Spiel AS Monaco – OGC Nice zu einem Platzsturm der Gäste kam, wendete sich das Blatt. Die BSN wurde als Alleinverantwortlicher dargestellt, während sie selber sich davon distanzierte und anführte, dass größtenteils jugendliche, unorganisierte Fans für den Platzsturm verantwortlich waren. Von nun an schwebte das Damoklesschwert der Zwangsauflösung auch über dieser Gruppe. Auch Personen wie Rama Yade waren nicht mehr an einem Dialog interessiert, so dass alle konstruktiven Ansätze der vergangenen Monate auf einmal obsolet waren. Wir können und wollen diesen Vorfall nicht an dieser Stelle auflösen, jedoch möchten wir auf das Communiqué der Gruppe verweisen. Hier wird klargestellt, dass sich die Gruppe zurückzieht, um der Zwangsauflösung zuvorzukommen. Darüber hinaus wird ersichtlich, dass die Verantwortlichen der Gruppe nicht mehr die Energie haben, die gesellschaftlichen Konflikte auszubalancieren, die im Stadion ihr Ventil finden, wenn monatelange Arbeit beim erstbesten Vorfall eingerissen wird. Die Verantwortlichen vermuten im Communiqué jedoch, dass die Gewalt nicht abnehmen wird, wenn es die Gruppe nicht mehr gibt, da die gruppeninterne soziale Arbeit nun nicht mehr stattfinden kann, das Publikum sich jedoch nicht großartig ändern wird.
Aus Platzgründen wollen wir hier nicht näher auf die anderen betroffenen Szenen eingehen. Jedoch sollte aus diesen beiden Beispielen klar geworden sein, dass diese radikalen Maßnahmen des französischen Staates nicht die Wurzel des Problems behandeln, sondern verpuffen werden. Aber auf jeden Fall kann sich das Kabinett um Nicolas Sarkozy nicht nachsagen lassen, dass sie nichts unternommen hätten. Schließlich will man gleich sieben Gruppen bei vier Vereinen verbieten. Und es könnten sogar noch mehr werden, denn auch das Red Kaos in Grenoble ist in Gefahr. Für den in der Materie unkundigen Bürger sicherlich eine beeindruckende Reaktion des Staates auf besagten Gewaltausbruch beim letzten PSG-OM-Spiel. Ob dabei etwas herumkommt, wird sich ja eh erst in den nächsten Legislaturperioden zeigen: Hier wird ein Aktionismus beschrieben, den Sarkozy nicht nur beim Thema Fußball an den Tag legt. Eines jedoch ist bereits jetzt sicher: Die Stimmung wird sich ohne den koordinierten Tifo der Ultragruppen deutlich verschlechtern.

Dementsprechend solidarisieren wir uns mit den betroffenen Gruppen in Frankreich, in der Hoffnung, dass uns ein derartiger Übereifer erspart bleibt. Wenn wir uns so einige Aussagen, insbesondere aus dem Lager der Gewerkschaft der Polizei, anhören, scheint der Weg nicht mehr allzu weit zu sein.

On est tous solidaire! Courage aux Supras Auteuil, Authentiks, Grinta, Cosa Nostra Lyon, Butte Paillade, Armata Ultras et la Brigade Sud Nice!

18 Jan 2010

Parole 29 out now!

Liebe Freunde der gedruckten Lettern, wir freuen uns, euch die nächste Parole de la Racaille anpreisen zu dürfen. Ab kommendem Samstag wird sie im Ostkurvensaal feilgeboten. Für 2,50€ erhaltet ihr 84 Seiten in Din A5, auf denen sich neben 30 Werder-Spielberichten auch zahlreiche Erzählungen von anderen Plätzen in ganz Europa wiederfinden. Dazu gibt es wieder einiges an Einsprengseln musikalischer, historischer und (fan-)politischer Natur sowie unsere halbjährliche Retrospektive zu Gruppe, Fanszene und Verein.

Wer fünf oder mehr Exemplare abnehmen möchte, möge uns bitte auf den bekannten Wegen kontaktieren.

27 Nov 2009

Packt die Klamotten ein!

Seit einigen Wochen sammeln wir im Ostkurvensaal Kleidung für bedürftige Bremer Drogenabhängige. Mit großem Erfolg: Anfang letzter Woche konnten wir ein ganzes Auto voll mit Pullis, Hosen, Schuhen und vielem mehr zum Kontakt- und Beratungszentrum am Hauptbahnhof bringen. Vorerst ist die Kleiderkammer dort wieder einigermaßen gut bestückt, doch schon in wenigen Wochen wird alles wieder weg sein - ihr merkt ja selber, wie kalt es draußen ist.

Daher möchten wir jetzt noch einmal dazu aufrufen, eure gebrauchte Kleidung zu uns zu bringen - am besten gleich morgen vor dem Spiel gegen Wolfsburg. Diesmal steht als Sammelstelle nicht nur der Ostkurvensaal zur Verfügung. Zusätzlich wird es für alle Auswärtigen die Möglichkeit geben, ihre Kleiderspenden ganz unkompliziert am Park and Ride in Hemelingen abzugeben.

Also: Packt die Klamotten ein und helft so anderen Bremerinnen und Bremern!

21 Sep 2009

Revanche für das Eis-Spiel?

Wie wir hörten, sollen die Fans des FC St. Pauli, der am Mittwoch in Bremen zu Gast sein wird, die gleichen Auflagen bekommen wie die des HSV beim letzten Derby. Sollte dies tatsächlich so zutreffen, sehen wir einen Anlass zu einigen deutlichen Worten.

Es lässt sich darüber streiten, ob die umfangreichen Verbote (u.a. ein absolutes Verbot von Flaschen vom Bahnhof bis zum Stadion sowie von Feuerzeugen im Stadion) gegen die Fans des HSV sinnvoll waren. Gegen die Fans des FC St. Pauli entbehren sie jeglicher Grundlage. Wir haben hauptsächlich zwei Gründe vorzubringen:

  1. Das Verhalten der St. Pauli-Fans ist ein völlig anderes als das der HSVer. Es hat in den letzten zehn Jahren in Bremen keinen Zwischenfall mit braun-weißer Beteiligung gegeben, der vergleichbar ist mit denen bei den letzten Derby gegen den HSV. Dies hat unmittelbar mit dem zweiten Punkt zu tun:
  2. Das Verhältnis zwischen den Fans der beiden Vereine, die am Mittwoch gegeneinander spielen, ist nicht ansatzweise zu vergleichen mit dem zwischen dem SV Werder und dem HSV. Es gibt zwischen den braun-weißen Fans aus Hamburg und den grün-weißen Fans aus Bremen keine Feindschaft. Im Gegenteil: Sowohl Normalos als auch Ultras pflegen persönliche Kontakte und Freundschaften.

Zu guter Letzt sei die Anzahl der mitreisenden Fans ins Gedächtnis gerufen. Durch den Umbau der Westkurve haben unsere Gäste gerade einmal 1800 Karten bekommen. Es ist schon schade, dass man sich nicht bemüht, den Gästen die ihnen zustehenden 10% des Kartenkontingents zukommen zu lassen. Sie dann aber auch noch zu einer Gefahr hochzureden ist lächerlich und falsch.

Wir wollen, dass sich alle Gästefans unter guten Bedingungen präsentieren können und fordern die Übernahme innovativer Konzepte statt dumpfer Regulierungswut. Hierbei könnte interessanterweise ausgerechnet St. Pauli ein Vorbild sein. Dort genießen alle Gäste zunächst einmal umfangreiche Freiheiten, die ihnen nur dann entzogen werden, wenn es konkrete Vorfälle gibt, die dies rechtfertigen. Die Revanche für das “Eis-Spiel” sollte auf dem Rasen stattfinden und nicht an den Fans ausgeübt werden.

Nachtrag, 22. September: Offenbar haben die Sicherheitsmenschen ein Einsehen gehabt und nicht die ursprünglich vorgesehenen Auflagen erteilt, sondern die in Bremen üblichen Materialien zugelassen. Bei der Zahl der an die Gäste verkauften Eintrittskarten waren wir übrigens offenbar schlecht informiert, diese soll bei mindestens 2800 liegen - immer noch unter 10%, aber aufgrund des Umbaus wohl zu entschuldigen. Es bleibt zu wünschen, dass man sich in Bremen zukünftig noch etwas mehr bemüht, sich Gäste-freundlich zu zeigen. Wir bleiben am Ball.