Revanche für das Eis-Spiel?

Wie wir hörten, sollen die Fans des FC St. Pauli, der am Mittwoch in Bremen zu Gast sein wird, die gleichen Auflagen bekommen wie die des HSV beim letzten Derby. Sollte dies tatsächlich so zutreffen, sehen wir einen Anlass zu einigen deutlichen Worten.

Es lässt sich darüber streiten, ob die umfangreichen Verbote (u.a. ein absolutes Verbot von Flaschen vom Bahnhof bis zum Stadion sowie von Feuerzeugen im Stadion) gegen die Fans des HSV sinnvoll waren. Gegen die Fans des FC St. Pauli entbehren sie jeglicher Grundlage. Wir haben hauptsächlich zwei Gründe vorzubringen:

  1. Das Verhalten der St. Pauli-Fans ist ein völlig anderes als das der HSVer. Es hat in den letzten zehn Jahren in Bremen keinen Zwischenfall mit braun-weißer Beteiligung gegeben, der vergleichbar ist mit denen bei den letzten Derby gegen den HSV. Dies hat unmittelbar mit dem zweiten Punkt zu tun:
  2. Das Verhältnis zwischen den Fans der beiden Vereine, die am Mittwoch gegeneinander spielen, ist nicht ansatzweise zu vergleichen mit dem zwischen dem SV Werder und dem HSV. Es gibt zwischen den braun-weißen Fans aus Hamburg und den grün-weißen Fans aus Bremen keine Feindschaft. Im Gegenteil: Sowohl Normalos als auch Ultras pflegen persönliche Kontakte und Freundschaften.

Zu guter Letzt sei die Anzahl der mitreisenden Fans ins Gedächtnis gerufen. Durch den Umbau der Westkurve haben unsere Gäste gerade einmal 1800 Karten bekommen. Es ist schon schade, dass man sich nicht bemüht, den Gästen die ihnen zustehenden 10% des Kartenkontingents zukommen zu lassen. Sie dann aber auch noch zu einer Gefahr hochzureden ist lächerlich und falsch.

Wir wollen, dass sich alle Gästefans unter guten Bedingungen präsentieren können und fordern die Übernahme innovativer Konzepte statt dumpfer Regulierungswut. Hierbei könnte interessanterweise ausgerechnet St. Pauli ein Vorbild sein. Dort genießen alle Gäste zunächst einmal umfangreiche Freiheiten, die ihnen nur dann entzogen werden, wenn es konkrete Vorfälle gibt, die dies rechtfertigen. Die Revanche für das “Eis-Spiel” sollte auf dem Rasen stattfinden und nicht an den Fans ausgeübt werden.

Nachtrag, 22. September: Offenbar haben die Sicherheitsmenschen ein Einsehen gehabt und nicht die ursprünglich vorgesehenen Auflagen erteilt, sondern die in Bremen üblichen Materialien zugelassen. Bei der Zahl der an die Gäste verkauften Eintrittskarten waren wir übrigens offenbar schlecht informiert, diese soll bei mindestens 2800 liegen – immer noch unter 10%, aber aufgrund des Umbaus wohl zu entschuldigen. Es bleibt zu wünschen, dass man sich in Bremen zukünftig noch etwas mehr bemüht, sich Gäste-freundlich zu zeigen. Wir bleiben am Ball.

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