21 Dec 2008

Einstieg ins Musikbusiness

Seit dem letzten Heimspiel verkaufen wir unsere CD AntiRepressiVa - Solidarität ist unsere Waffe. Warum? Nunja:

Fußballfans sind nahezu schutzlos Repressionen und Polizeiwillkür ausgesetzt. Polizeieinsätze, die an Absurdität und Unverhältnismäßigkeit kaum zu überbieten sind, sind an der Tagesordnung. Diese Polizeieinsätze sind für die betroffenen Fans meist nicht nur entwürdigend und schmerzhaft, sondern auch mit unangenehmen Konsequenzen verbunden. So lassen es sich die Behörden beispielsweise das Entfernen zweier Aufkleber mal eben über 400 Euro kosten und verzichten dabei auf das Angebot des/der Beschuldigten, die Aufkleber selbst zu entfernen. Drei Jahre bundesweites Stadionverbot gibt es obendrein.

Daher haben wir in den letzten Monaten angefangen, Strukturen zu schaffen, die es uns trotz der Repressionen weiter ermöglichen sollen, ins Stadion zu gehen. Diese Strukturen unterstützt die neue CD, deren Verkaufsgewinn wir ausschließlich in unsere „antiRepressiVa-Kasse“ eingehen lassen werden. Aus dieser Kasse bezahlen wir willkürliche Strafgelder, damit die Repressionsopfer nicht auf diesen hängen bleiben.

Die Tracklist sieht folgendermaßen aus:

1.Die Grenzgänger - Wir sind der Pöbel
2.The Offenders - Wake up rebels
3.Independenzia – le chaine
4.Microphone Mafia – Testa Nera
5.Mono & Nikitaman - Sand im Getriebe
6.Chaoze One - Der Panther
7.El gordo – Bullen
8.Holger Burner - Ketten zerreißen
9.K&Giz feat. DJ S.R. - Drama
10.MC Madcap - §129
11.Radical Hype - Freund und Helfer
12.Schall und Rauch – Ganz anders
13.Cobretti – Expecting Payday
14.Los Fastidios - Un Calcio ad Pallone
15.Redska - Rabbia e Liberta
16.F-Three – From the Rofftops
17.Captain Cosmos - Brainchild apparition
18.Talco - La Casa Dell’impunita
19.Mad Monks – Bombs not waitin
20.Banda Bassotti – El pueblo unido

Die CD kostet 8 Euro (wer kann, darf auch 10 Euro geben) und kann bei Heimspielen an unserem Stand im Ostkurvensaal erworben werden.

Desweiteren ist es auch möglich, die CD im Versand zu bestellen. Die Vorgehensweise ist folgende: Ihr sendet eine Mail an info[at]racaille[punkt]de, in der ihr euren Namen und eure Adresse sowie die gewünschte Menge an CDs angebt. Alles weitere erfahrt ihr dann.

Die Versandkosten sind folgendermaßen gestaffelt:

  • 1-4 Exemplare: 1,60€ Versandkosten
  • 5-9 Exemplare: 2,40€ Versandkosten
  • 10-19 Exemplare: 4,20€ Versandkosten
  • ab 20 Exemplaren: Kostenfreier Versand

Für weitere Fragen stehen wir selbstverständlich auch per Mail zur Verfügung.

14 Dec 2008

Liberté pour Santos!

Wie einige von Euch sicherlich bemerkt haben, präsentierten wir bei den Spielen zu Hause gegen Köln und Inter sowie in Karlsruhe ein Transparent mit der Aufschrift “Liberté pour Santos”. Auch beim Spiel gegen Wolfsburg gab es eine kleine (und leider misslungene) Aktion bezüglich der Repressionen gegen Ultras im Allgemeinen, aber auch insbesondere bezüglich des Falles Santos Mirasierra.

Was hat es damit auf sich?

Beim Champions-League-Spiel Athletico Madrid gegen Olympique Marseille am 01. Oktober 2008 kam es zu einem Polizeieinsatz seitens der spanischen Guardia Civil gegen das “Commando Ultra 84″ aus Marseille. Die Polizei beanstandete das Symbol der Gruppe - einen Totenkopf - als vermeintlich faschistisch und rechtfertigte damit den Einsatz. Es sei angemerkt, dass das CU84, wie die gesamte Fanszene von Olympique de Marseille, dem antirassistischen Spektrum zuzurechnen ist und der Einsatz somit nicht gerechtfertigt war. Darüberhinaus gilt es festzuhalten, dass der Einsatz überaus gewalttätig vonstatten ging (dies ist in mehreren Videos im Internet deutlich dokumentiert) und sich, laut Augenzeugenberichten, vor allem gegen dunkelhäutige OM-Anhänger richtete.

Ein betroffenes Mitglied des CU84 ist Santos Mirasierra. Er wurde in Folge des Polizeieinsatzes festgenommen. Der Vorwurf lautete, er habe einen Polizisten mit einer Sitzschale mutwillig verletzt. Dies wurde bei der Gerichtsverhandlung am 3. Dezember 2008, wie auch auf den Videos klar ersichtlich, dementiert. Stattdessen gab Santos zu Protokoll, dass er einen Polizisten weggeschubst habe, um einer jungen Frau zu Hilfe zu kommen. Hierfür wurde er zu dreieinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt. Jedoch wurde er am 9. Dezmeber 2008 (gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von 6000 Euro) bis zum Beginn der Berufungsverhandlung freigelassen.

Mit der Forderung “Liberté pour Santos” beanstanden wir nicht nur das erneute Fehlverhalten der Guardia Civil (Schalker und Münchener Anhänger können von ähnlichen Vorfällen berichten) während des Spiels, sondern vor allem auch, wie der Fall zu einem franco-spanischen Politikum gemacht wurde, deren Opfer der Mensch Santos Mirasierra, sowie seine Familie und seine Freunde sind. Sowohl die spanischen Medien als auch die Behörden versuchten das Fehlverhalten der Guardia Civil zu vertuschen, indem sie das CU84 als eine Bande wilder Nazis darstellten, welche die Polizei angegriffen hätten. Die Arbeit des CU84 sowie die Bilder des Abends sprechen eine deutliche Sprache, welche definitiv anders klingt. Darüber hinaus wird die Schuld auch bei der Stadt Marseille gesucht, welche spanischen Medien zu Folge gesetzlos sei. Schnell wird klar, dass es sich bei den Verlautbarungen der Polizei, sowie den Berichten der Medien, um propagandaartige Berichte handelt, mit denen versucht wird, das Fehlverhalten der Guardia Civil zu vertuschen, um die Schuld den Franzosen zuzuschieben. Offensichtlich dauert es in Spanien länger, bis die Fehler der Polizei seitens der Justiz aufgearbeitet sind und diese sich auch eingestanden werden. So ist es auch zu erklären, weshalb Santos ungewöhnlicherweise mehr als 2 Monate auf seinen Prozess warten musste. In der Regel werden Ausschreitungen bei Fußballspielen in Spanien innerhalb kürzester Zeit, das heißt maximal eine Woche, abgehandelt. Im Falle Santos handelt es sich offensichtlich um den Versuch, vom Versagen der Exekutive mittels Zeitspiel abzulenken.

Daher gilt unsere Solidarität dem Menschen Santos Mirasierra, seiner Familie, seinen Freunden, dem CU84 und der gesamten Anhängerschaft von Olympique de Marseille. Möge dieses Urteil im Revisionsprozess aufgehoben werden, so dass Santos wieder auf Dauer in Freiheit leben kann.

Quellen (Französisch):
http://www.libertepoursantos.com/
http://liberez-santos.over-blog.com/

Linktipps (Deutsch):
http://1a-division.blogspot.com/search/label/Santos%20Mirasierra
http://bava.blogsport.de/?p=170
http://de.youtube.com/
http://www.marca.com/edicion/marca/futbol/1a_division/atletico/es/desarrollo/1187096.html
http://www.ultras-avanti.com/2008/11/11/unterstutzung-fur-santos/

9 Dec 2008

Es ist kalt draußen…

Das ist für die meisten von uns nicht weiter schlimm, denn es gibt immer die Perspektive, nach Hause zu kommen und dort bei aufgedrehter Heizung den Abend zu verbringen.

Leider geht es nicht allen in unserer Stadt so gut. Vor allem die Drogenabhängigen, unter denen viele obdachlos sind, werden eiskalt vom Winter erwischt. Um sie zu unterstützen, gibt es das Kontakt- und Beratungszentrum der Drogenhilfe. Dieser Institution wollen wir nun mit Euch zusammen helfen.

Vor dem Spiel gegen Wolfsburg am kommenden Samstag sammeln wir im Ostkurvensaal des Weserstadions Eure Kleiderspenden. Bringt vorbei, was auch immer Ihr nicht mehr tragen mögt, aber grundsätzlich noch gute Dienste tut. Auch gute Schuhe werden benötigt, bitte bindet diese paarweise zusammen.

Wir werden dann alles zusammen weitergeben. Die Sachen landen in der Kleiderkammer des Kontakt- und Beratungszentrums der Drogenhilfe, aus der sie kostenlos an Bedürftige ausgegeben werden.

Wenn Ihr selbst in Bremen wohnt, könnt Ihr Kleiderspenden natürlich auch selbst abgeben. Das Kontakt- und Beratungszentrum sitzt im zweiten Stock des Tivoli-Hochauses am Hauptbahnhof, das ist das Haus mit der Jacobs-Werbung dran.

Weitere Infos zur Arbeit der Drogenhilfe bekommt ihr hier.

Es ist unsere Stadt - lasst uns ihr etwas zurückgeben!