18 Jan 2010

Parole 29 out now!

Liebe Freunde der gedruckten Lettern, wir freuen uns, euch die nächste Parole de la Racaille anpreisen zu dürfen. Ab kommendem Samstag wird sie im Ostkurvensaal feilgeboten. Für 2,50€ erhaltet ihr 84 Seiten in Din A5, auf denen sich neben 30 Werder-Spielberichten auch zahlreiche Erzählungen von anderen Plätzen in ganz Europa wiederfinden. Dazu gibt es wieder einiges an Einsprengseln musikalischer, historischer und (fan-)politischer Natur sowie unsere halbjährliche Retrospektive zu Gruppe, Fanszene und Verein.

Wer fünf oder mehr Exemplare abnehmen möchte, möge uns bitte auf den bekannten Wegen kontaktieren.

27 Nov 2009

Packt die Klamotten ein!

Seit einigen Wochen sammeln wir im Ostkurvensaal Kleidung für bedürftige Bremer Drogenabhängige. Mit großem Erfolg: Anfang letzter Woche konnten wir ein ganzes Auto voll mit Pullis, Hosen, Schuhen und vielem mehr zum Kontakt- und Beratungszentrum am Hauptbahnhof bringen. Vorerst ist die Kleiderkammer dort wieder einigermaßen gut bestückt, doch schon in wenigen Wochen wird alles wieder weg sein - ihr merkt ja selber, wie kalt es draußen ist.

Daher möchten wir jetzt noch einmal dazu aufrufen, eure gebrauchte Kleidung zu uns zu bringen - am besten gleich morgen vor dem Spiel gegen Wolfsburg. Diesmal steht als Sammelstelle nicht nur der Ostkurvensaal zur Verfügung. Zusätzlich wird es für alle Auswärtigen die Möglichkeit geben, ihre Kleiderspenden ganz unkompliziert am Park and Ride in Hemelingen abzugeben.

Also: Packt die Klamotten ein und helft so anderen Bremerinnen und Bremern!

21 Sep 2009

Revanche für das Eis-Spiel?

Wie wir hörten, sollen die Fans des FC St. Pauli, der am Mittwoch in Bremen zu Gast sein wird, die gleichen Auflagen bekommen wie die des HSV beim letzten Derby. Sollte dies tatsächlich so zutreffen, sehen wir einen Anlass zu einigen deutlichen Worten.

Es lässt sich darüber streiten, ob die umfangreichen Verbote (u.a. ein absolutes Verbot von Flaschen vom Bahnhof bis zum Stadion sowie von Feuerzeugen im Stadion) gegen die Fans des HSV sinnvoll waren. Gegen die Fans des FC St. Pauli entbehren sie jeglicher Grundlage. Wir haben hauptsächlich zwei Gründe vorzubringen:

  1. Das Verhalten der St. Pauli-Fans ist ein völlig anderes als das der HSVer. Es hat in den letzten zehn Jahren in Bremen keinen Zwischenfall mit braun-weißer Beteiligung gegeben, der vergleichbar ist mit denen bei den letzten Derby gegen den HSV. Dies hat unmittelbar mit dem zweiten Punkt zu tun:
  2. Das Verhältnis zwischen den Fans der beiden Vereine, die am Mittwoch gegeneinander spielen, ist nicht ansatzweise zu vergleichen mit dem zwischen dem SV Werder und dem HSV. Es gibt zwischen den braun-weißen Fans aus Hamburg und den grün-weißen Fans aus Bremen keine Feindschaft. Im Gegenteil: Sowohl Normalos als auch Ultras pflegen persönliche Kontakte und Freundschaften.

Zu guter Letzt sei die Anzahl der mitreisenden Fans ins Gedächtnis gerufen. Durch den Umbau der Westkurve haben unsere Gäste gerade einmal 1800 Karten bekommen. Es ist schon schade, dass man sich nicht bemüht, den Gästen die ihnen zustehenden 10% des Kartenkontingents zukommen zu lassen. Sie dann aber auch noch zu einer Gefahr hochzureden ist lächerlich und falsch.

Wir wollen, dass sich alle Gästefans unter guten Bedingungen präsentieren können und fordern die Übernahme innovativer Konzepte statt dumpfer Regulierungswut. Hierbei könnte interessanterweise ausgerechnet St. Pauli ein Vorbild sein. Dort genießen alle Gäste zunächst einmal umfangreiche Freiheiten, die ihnen nur dann entzogen werden, wenn es konkrete Vorfälle gibt, die dies rechtfertigen. Die Revanche für das “Eis-Spiel” sollte auf dem Rasen stattfinden und nicht an den Fans ausgeübt werden.

Nachtrag, 22. September: Offenbar haben die Sicherheitsmenschen ein Einsehen gehabt und nicht die ursprünglich vorgesehenen Auflagen erteilt, sondern die in Bremen üblichen Materialien zugelassen. Bei der Zahl der an die Gäste verkauften Eintrittskarten waren wir übrigens offenbar schlecht informiert, diese soll bei mindestens 2800 liegen - immer noch unter 10%, aber aufgrund des Umbaus wohl zu entschuldigen. Es bleibt zu wünschen, dass man sich in Bremen zukünftig noch etwas mehr bemüht, sich Gäste-freundlich zu zeigen. Wir bleiben am Ball.

5 Sep 2009

Wir für Bremen: Spendet Klamotten für bedürftige Drogenabhängige!

Ende letzten Jahres baten wir euch, gebrauchte Klamotten zugunsten der Bremer Drogenhilfe zu spenden. Diese hilft mit ihrem Kontakt- und Beratungszentrum in der City einem Kreis von etwa 500 Drogenabhängigen, einigermaßen klarzukommen, und unterstützt sie unter anderem mit einer Kleiderkammer, in der sie sich kostenlos bedienen können. Bei der Aufstockung dieser Kleiderkammer wollten wir helfen. Obwohl diese spontane Aktion wenig Vorlaufzeit hatte, konnten wir Ende letzten Jahres einen Kleintransporter voll Kleidung zum Tivoli-Hochhaus bringen. Unser Fazit: Eine gute Aktion, aber zu wenig, zu spät.

Deswegen fangen wir dieses Jahr früher an. Noch ist es einigermaßen warm, aber gerade nachts wird es jetzt doch schon kühler. Um eine erste Lieferung machen zu können, wenn die Temperaturen endgültig in den einstelligen Bereich abrutschen, bitten wir euch, jetzt euren Kleiderschrank zu sichten und zu schauen, was ihr nicht mehr anziehen werdet, was aber grundsätzlich noch gut tragbar ist. Wenn ihr damit fertig seid, geht ihr eure Schuhesammlung mit dem gleichen prüfenden Blick durch. Dann packt ihr die Kleider in Säcke, bindet die Schuhe paarweise zusammen und bringt alles zusammen zu unserem Stand im Ostkurvensaal. Dieser ist vor allen Heimspielen des SV Werder geöffnet.

Wenn Ihr selbst in Bremen wohnt, könnt Ihr eure Kleiderspenden natürlich auch selbst abgeben. Das Kontakt- und Beratungszentrum sitzt im zweiten Stock des Tivoli-Hochhauses am Hauptbahnhof; das ist das Haus mit der Jacobs-Werbung dran.

Weitere Infos zur Arbeit der Drogenhilfe bekommt ihr hier.

Es ist unsere Stadt - lasst uns ihr etwas zurückgeben!

9 Aug 2009

antiRepressiVa-CD jetzt richtig billig zu haben!

Wir haben den Preis für unsere antiRepressiVa-CD reduziert! Sie kostet nur noch 5€ und ist bei jedem Heimspiel an unserem Stand im Ostkurvensaal zu haben. Nach wie vor ist auch ein Versand per Post möglich, wobei die Versandkosten natürlich nach wie vor die gleichen sind. Wie’s funktioniert, steht im oben verlinkten Post.

Am Stand gibt es außerdem eine neue Parole de la Racaille, die von Kritikern schon als die beste aller Zeiten gelobt wird sowie ausgesprochen schicke Buttons und T-Shirts.

18 Mar 2009

Kurze Stellungnahme zum Spiel in Saint-Étienne

Wir wollen uns zügig zu den Pyroaktionen beim Spiel unseres Vereins in Saint-Étienne äußern, um dem Verein, anderen Fans und den Medien eine angemessene Meinungsbildung zu ermöglichen. Leider wurden unter anderem Feuerwerkskörper auf Menschen abgefeuert. Für uns ist das nicht hinzunehmen, wir distanzieren uns ausdrücklich davon. Wir werden uns demnächst ausführlich dazu äußern.

13 Feb 2009

5 Feb 2009

Gelsenkirchen auswärts

Unsere Gruppe wird das Spiel am kommenden Samstag nicht organisiert besuchen und so unserem SV Werder nicht die ihm gebührende Unterstützung zukommen lassen. Auch wenn uns diese Entscheidung schwer gefallen ist, sollen im Folgenden die Gründe für unser Handeln erörtert werden.

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21 Dec 2008

Einstieg ins Musikbusiness

Seit dem letzten Heimspiel verkaufen wir unsere CD AntiRepressiVa - Solidarität ist unsere Waffe. Warum? Nunja:

Fußballfans sind nahezu schutzlos Repressionen und Polizeiwillkür ausgesetzt. Polizeieinsätze, die an Absurdität und Unverhältnismäßigkeit kaum zu überbieten sind, sind an der Tagesordnung. Diese Polizeieinsätze sind für die betroffenen Fans meist nicht nur entwürdigend und schmerzhaft, sondern auch mit unangenehmen Konsequenzen verbunden. So lassen es sich die Behörden beispielsweise das Entfernen zweier Aufkleber mal eben über 400 Euro kosten und verzichten dabei auf das Angebot des/der Beschuldigten, die Aufkleber selbst zu entfernen. Drei Jahre bundesweites Stadionverbot gibt es obendrein.

Daher haben wir in den letzten Monaten angefangen, Strukturen zu schaffen, die es uns trotz der Repressionen weiter ermöglichen sollen, ins Stadion zu gehen. Diese Strukturen unterstützt die neue CD, deren Verkaufsgewinn wir ausschließlich in unsere „antiRepressiVa-Kasse“ eingehen lassen werden. Aus dieser Kasse bezahlen wir willkürliche Strafgelder, damit die Repressionsopfer nicht auf diesen hängen bleiben.

Die Tracklist sieht folgendermaßen aus:

1.Die Grenzgänger - Wir sind der Pöbel
2.The Offenders - Wake up rebels
3.Independenzia – le chaine
4.Microphone Mafia – Testa Nera
5.Mono & Nikitaman - Sand im Getriebe
6.Chaoze One - Der Panther
7.El gordo – Bullen
8.Holger Burner - Ketten zerreißen
9.K&Giz feat. DJ S.R. - Drama
10.MC Madcap - §129
11.Radical Hype - Freund und Helfer
12.Schall und Rauch – Ganz anders
13.Cobretti – Expecting Payday
14.Los Fastidios - Un Calcio ad Pallone
15.Redska - Rabbia e Liberta
16.F-Three – From the Rofftops
17.Captain Cosmos - Brainchild apparition
18.Talco - La Casa Dell’impunita
19.Mad Monks – Bombs not waitin
20.Banda Bassotti – El pueblo unido

Die CD kostet 8 Euro (wer kann, darf auch 10 Euro geben) und kann bei Heimspielen an unserem Stand im Ostkurvensaal erworben werden.

Desweiteren ist es auch möglich, die CD im Versand zu bestellen. Die Vorgehensweise ist folgende: Ihr sendet eine Mail an info[at]racaille[punkt]de, in der ihr euren Namen und eure Adresse sowie die gewünschte Menge an CDs angebt. Alles weitere erfahrt ihr dann.

Die Versandkosten sind folgendermaßen gestaffelt:

  • 1-4 Exemplare: 1,60€ Versandkosten
  • 5-9 Exemplare: 2,40€ Versandkosten
  • 10-19 Exemplare: 4,20€ Versandkosten
  • ab 20 Exemplaren: Kostenfreier Versand

Für weitere Fragen stehen wir selbstverständlich auch per Mail zur Verfügung.

14 Dec 2008

Liberté pour Santos!

Wie einige von Euch sicherlich bemerkt haben, präsentierten wir bei den Spielen zu Hause gegen Köln und Inter sowie in Karlsruhe ein Transparent mit der Aufschrift “Liberté pour Santos”. Auch beim Spiel gegen Wolfsburg gab es eine kleine (und leider misslungene) Aktion bezüglich der Repressionen gegen Ultras im Allgemeinen, aber auch insbesondere bezüglich des Falles Santos Mirasierra.

Was hat es damit auf sich?

Beim Champions-League-Spiel Athletico Madrid gegen Olympique Marseille am 01. Oktober 2008 kam es zu einem Polizeieinsatz seitens der spanischen Guardia Civil gegen das “Commando Ultra 84″ aus Marseille. Die Polizei beanstandete das Symbol der Gruppe - einen Totenkopf - als vermeintlich faschistisch und rechtfertigte damit den Einsatz. Es sei angemerkt, dass das CU84, wie die gesamte Fanszene von Olympique de Marseille, dem antirassistischen Spektrum zuzurechnen ist und der Einsatz somit nicht gerechtfertigt war. Darüberhinaus gilt es festzuhalten, dass der Einsatz überaus gewalttätig vonstatten ging (dies ist in mehreren Videos im Internet deutlich dokumentiert) und sich, laut Augenzeugenberichten, vor allem gegen dunkelhäutige OM-Anhänger richtete.

Ein betroffenes Mitglied des CU84 ist Santos Mirasierra. Er wurde in Folge des Polizeieinsatzes festgenommen. Der Vorwurf lautete, er habe einen Polizisten mit einer Sitzschale mutwillig verletzt. Dies wurde bei der Gerichtsverhandlung am 3. Dezember 2008, wie auch auf den Videos klar ersichtlich, dementiert. Stattdessen gab Santos zu Protokoll, dass er einen Polizisten weggeschubst habe, um einer jungen Frau zu Hilfe zu kommen. Hierfür wurde er zu dreieinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt. Jedoch wurde er am 9. Dezmeber 2008 (gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von 6000 Euro) bis zum Beginn der Berufungsverhandlung freigelassen.

Mit der Forderung “Liberté pour Santos” beanstanden wir nicht nur das erneute Fehlverhalten der Guardia Civil (Schalker und Münchener Anhänger können von ähnlichen Vorfällen berichten) während des Spiels, sondern vor allem auch, wie der Fall zu einem franco-spanischen Politikum gemacht wurde, deren Opfer der Mensch Santos Mirasierra, sowie seine Familie und seine Freunde sind. Sowohl die spanischen Medien als auch die Behörden versuchten das Fehlverhalten der Guardia Civil zu vertuschen, indem sie das CU84 als eine Bande wilder Nazis darstellten, welche die Polizei angegriffen hätten. Die Arbeit des CU84 sowie die Bilder des Abends sprechen eine deutliche Sprache, welche definitiv anders klingt. Darüber hinaus wird die Schuld auch bei der Stadt Marseille gesucht, welche spanischen Medien zu Folge gesetzlos sei. Schnell wird klar, dass es sich bei den Verlautbarungen der Polizei, sowie den Berichten der Medien, um propagandaartige Berichte handelt, mit denen versucht wird, das Fehlverhalten der Guardia Civil zu vertuschen, um die Schuld den Franzosen zuzuschieben. Offensichtlich dauert es in Spanien länger, bis die Fehler der Polizei seitens der Justiz aufgearbeitet sind und diese sich auch eingestanden werden. So ist es auch zu erklären, weshalb Santos ungewöhnlicherweise mehr als 2 Monate auf seinen Prozess warten musste. In der Regel werden Ausschreitungen bei Fußballspielen in Spanien innerhalb kürzester Zeit, das heißt maximal eine Woche, abgehandelt. Im Falle Santos handelt es sich offensichtlich um den Versuch, vom Versagen der Exekutive mittels Zeitspiel abzulenken.

Daher gilt unsere Solidarität dem Menschen Santos Mirasierra, seiner Familie, seinen Freunden, dem CU84 und der gesamten Anhängerschaft von Olympique de Marseille. Möge dieses Urteil im Revisionsprozess aufgehoben werden, so dass Santos wieder auf Dauer in Freiheit leben kann.

Quellen (Französisch):
http://www.libertepoursantos.com/
http://liberez-santos.over-blog.com/

Linktipps (Deutsch):
http://1a-division.blogspot.com/search/label/Santos%20Mirasierra
http://bava.blogsport.de/?p=170
http://de.youtube.com/
http://www.marca.com/edicion/marca/futbol/1a_division/atletico/es/desarrollo/1187096.html
http://www.ultras-avanti.com/2008/11/11/unterstutzung-fur-santos/