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Kleiderspenden: Auch in Kaiserslautern
Liebe Werderfans insbesondere aus der Umgebung von Rheinland-Pfalz, aber auch darüber hinaus!
Im Oktober letzten Jahres haben wir dazu aufgerufen, Kleider, die ihr nicht mehr braucht oder einfach nur übrig habt, bei uns am Stand am Ostkurvensaal abzugeben. Diese Spenden wurden dann an Bedürftige in Bremen weitergeleitet.
Da wir nachvollziehen können, dass ihr nicht mit einem Berg voller Kleidung durch das ganze Land ziehen wollt, möchten wir in diesem Fall auf das Projekt der „Frenetic Youth“ hinweisen. Die Gruppierung aus Kaiserslautern hat für das Spiel gegen Werder Bremen dazu aufgerufen, gut erhaltene Kleidung, Bettwäsche, Bettlaken und Handtücher am Fantreff „Zum 12ten Mann“ (für Zugreisende), welcher direkt in der Nähe des Bahnhofs (Richard-Wagner-Straße 103) ansässig ist, oder (für Auto- oder Busreisende) an einem Stand an der Nordtribüne (Hinweisschilder werden aushängen) vorbeizubringen!
Die gesammelten Textilien werden dann an Obdachlose, Asylbewerber_innen und andere Bedürftige weitergeleitet!
Wir würden uns darüber freuen, wenn sich auch ein paar Werder-Anhänger_innen an dieser Aktion beteiligen würden.
Racaille Verte
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Stellungnahme zum Wurf einer Leuchtfackel in die Sitzplatzreihen der Gelsenkirchener Südkurve
Beim Bundesligaspiel des SV Werder in Gelsenkirchen wurde von den Stehplätzen des Gästebereichs aus eine Leuchtfackel in die Sitzplatzreihen der Schalker Südkurve geworfen.
Wir distanzieren uns vehement von dieser Aktion, verurteilen oben genanntes Verhalten und hoffen, dass niemand zu Schaden gekommen ist.
Dieses Schreiben soll deshalb auch als Appell an alle Fans fungieren, solche Aktionen zu unterlassen und jeden Versuch zu unterbinden.
Infamous Youth, Racaille Verte, UltrA-Team Bremen, Wanderers Bremen
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Offener Brief an Alemannia Aachen und das Fanprojekt Aachen
Anlässlich der Vorfälle, die sich beim Spiel von Alemannia Aachen gegen Wismut Aue zugetragen haben, und als Reaktion auf zwei Veröffentlichungen (1, 2) auf der Homepage des Vereins, haben wir einen Brief geschrieben, den wir hiermit auch öffentlich machen:
Sehr geehrte Verantwortliche bei Alemannia Aachen sowie im Aachener Fanprojekt,
wahrscheinlich kommt dieser Brief etwas unerwartet für Sie. Wir, die Mitglieder der Ultragruppierung „Racaille Verte“, schreiben Ihnen bezüglich des Angriffs von „Alemannia Supporters“ und „Karlsbande“ auf die „Aachen Ultras“, weil wir glauben, dass unsere Bremer Erfahrungen im Umgang mit rechtsgerichteten Fans Ihnen durchaus eine Hilfe sein können.
Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die Schilderungen der „Aachen Ultras“ in irgendeiner Weise falsch oder übertrieben sind. Es ist innerhalb der Ultraszene seit längerem bekannt, dass die „Karlsbande“ nicht nur rechts unterwandert ist, sondern ausdrücklich unter antiprogressivem Vorzeichen gegründet wurde. Die ebenfalls beteiligten „Alemannia Supporters“ können als Tarngruppe für die Aachener Hooligans gesehen werden. Auch diese sind politisch eindeutig rechts einzuordnen.
Es ist uns schleierhaft, wieso Sie den Angreifern auf der offiziellen Vereinsseite eine Plattform gegeben haben, auf der sie ihre Sicht der Dinge quasi unkommentiert darstellen dürfen. Noch viel mehr schockiert uns allerdings Ihre Aufforderung an die „Alemannia Supporters“ und die „Aachen Ultras“, „an der Lösung ihrer Konflikte aktiv zu arbeiten und zur Überwindung des tiefen Risses beizutragen, der die Aachener Fanszene durchzieht“. Wir wollen Ihnen im Detail darlegen, warum wir Ihre Wortwahl und die dahinter stehenden Vorstellungen für völlig abwegig und gefährlich halten.
Dadurch wird eine völlig unangebrachte Äquidistanz zu Opfern und Tätern geschaffen. Es hat hier einen Angriff gegeben, der ganz klar von einem rechtsgerichteten Haufen ausging. Als Verein sind Sie in der Verantwortung, sich hinter diejenigen zu stellen, die sich gegen Diskriminierung und für eine bunte Fankurve einsetzen, und diejenigen zu verurteilen und auszuschließen (nicht nur aus dem Stadion, sondern aus dem gesamten Diskurs), die sich Hass und die gewaltsame Verdrängung andersdenkender Menschen auf die Fahnen geschrieben haben.
Die „Aachen Ultras“ leisten seit einigen Jahren gute Arbeit gegen Diskriminierung. Es ist ein Hohn, nun von dieser Gruppe zu fordern, mit rassistisch, homophob, sexistisch und antisemitisch motivierten Rechtsradikalen zusammenzuarbeiten, um einen Riss in der Fanszene zu kitten. Wenn es zu einem solchen Riss in einer Fanszene kommt, ist die Zeit gekommen, klar Stellung zu beziehen und nicht die Illusion einer Einheit zu wahren.
Eine solche notwendig klare Positionierung mag gerade einem kleineren Verein schwer fallen, doch es lohnt sich. Nachdem unsere Gruppierung vor nunmehr fast fünf Jahren von Neonazis aus der Bremer Hooliganszene angegriffen wurde, erhielten auch wir über die Presse das Angebot des Vereins, sich an einen runden Tisch zu setzen. Wir waren entrüstet ob der Vorstellung, uns mit Nazi-Schlägern zu treffen, die uns erklärtermaßen mit Gewalt loswerden wollten (und bis heute wollen). Nach einiger Zeit sah der Verein seinen verfehlten Ansatz ein und unterstützte unseren Kampf gegen Diskriminierung, den wir trotz aller Drohungen immer weiter intensivierten. Heute kann sich der SV Werder damit rühmen, eine vorbildliche Arbeit gegen Diskriminierung innerhalb und außerhalb des Stadions zu leisten. Durch die kontinuierliche Arbeit der Fans und mit Hilfe der Rückendeckung des Vereins und Fanprojekts hat die Bremer Ostkurve mittlerweile den Ruf, ein offener Ort für alle Menschen zu sein. Das hat nicht nur zur Folge, dass die aktive Fanszene heute größer ist als je zuvor, es sind auch sichtbar mehr Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund anzutreffen. Der Kampf gegen Diskriminierung ist weitgehend Konsens, rechte Schläger sind ein Randphänomen.
Aber nicht nur der Verein, sondern auch das Fanprojekt ist hier in der Pflicht. Eine deutliche, öffentliche und schnelle Positionierung zur Solidarität und Unterstützung der „Aachen Ultras“ wäre das Mindeste. Des Weiteren sollte diese heikle Situation durch ausgebildete Fachkräfte begleitet werden. Die Opfer jetzt alleine zu lassen, würde einer Akzeptanz für den politisch motivierten Angriff gleichkommen. Das Fanprojekt Bremen hat gezeigt, wie eine solche Unterstützung aussehen kann.
Wir wünschen Ihnen in Aachen eine ähnlich erfreuliche Entwicklung. Die „Aachen Ultras“ haben dafür den richtigen Weg eingeschlagen. Unterstützen Sie Ihre Fans auf diesem Weg und verabschieden Sie sich von rechten und rechtsoffenen Ewiggestrigen, denn sie werden Ihnen nicht fehlen!
Herzliche Grüße aus Bremen, Racaille Verte
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Drei Fragen an: Ronny Blaschke
Am kommenden Samstag, den 26.11.2011 liest Ronny Blaschke im Ostkurvensaal aus seinem Buch „Angriff von Rechtsaußen – wie Neonazis den Fußball missbrauchen“. Im Vorfeld der Veranstaltung sprachen wir mit Ronny Blaschke über sein Buch, NPD-Funktionäre als Mitglieder bei Werder und die Demo “Rechte Gewalt stoppen” in Bremen. Die Lesung beginnt um 19:00 Uhr; Der Ostkurvensaal öffnet bereits um 17:30 Uhr zu Snacks, Kuchen, Getränken und Musik.
Racaille Verte: Für dein Buch “Angiff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball mißbrauchen”, hast du intensive Recherchen geführt. Dabei hast du auch versucht, an organisierte Neonazi-Strukturen heranzukommen. Welche Intention verfolgst du bei der Arbeit mit diesem Klientel? Welche Probleme und Konflikte treten dabei auf?
Ronny Blaschke: Vor den Interviews in der Szene hatte ich nicht den Eindruck, mit meinen Recherchen über einen bereits bekannten Informationsstand hinausgekommen zu sein. Deshalb wollte ich Interviews mit Neonazis führen. Ich habe in Leipzig relativ blauäugig an eine Telefonnummer eine Interview-Anfrage per SMS geschickt, die ich in einem Internetforum gefunden habe. Schwierig war es dann, den Neonazis klar zu machen, dass ich als Journalist seriös arbeite. Für sie sind wie Teil des “Systems”, das es abzuwickeln gilt. Ich habe ihnen klar gemacht, dass ich eine völlig andere politische Meinung vertrete als sie, aber in meinen Artikeln Fakten und Zitate sprechen lasse. Und dass ich ihnen ihre Zitate zur Autorisierung vorlege. Nun habe ich deshalb schon die Meinung gehört, dass ich Neonazis ein Forum geben würde. Darüber kann man diskutieren, aber sie als Journalist zu Wort kommen zu lassen, ist ein wesentlich kleineres Übel, als sie komplett zu verschweigen. So entstehen Dämonisierung und geht Sachlichkeit verloren. Ich habe gehofft, dass sie sich in den Interviews selbst entlarven. Nur wenn man sie zitiert – und ihre Zitate dann kritisch einordnet – nimmt man ihnen die demagogische Kraft. Ein Wortlaut-Interview mit einem Rechtsextremen wäre in einer Zeitung wie dem Weser-Kurier natürlich unmöglich, weil die kritische Einrahmung fehlt. Aber in einem Buch ist das gut möglich. Insgesamt sollte man als Journalist einen nüchternen Stil pflegen, also Fakten, Argumente, genaue Beschreibungen. Man muss konkret erklären, warum Rechtsextreme die Demokratie gefährden. Mit Schaum vor dem Mund, Überheblichkeit, martialischen Fotos oder Skandal-Überschriften ist wenig getan.
Racaille Verte: Im Februar wurde der NPD-Funktionär Jens Pühse Verinsmitglied bei Werder Bremen. Ende Juni wurde er nach gerade einmal vier Monaten vom Verein wieder ausgeschlossen. Welche Ziele verfolgte Pühse mit der Mitgliedschaft und wie beurteilst du die Reaktion des Vereins?
Ronny Blaschke: Die Absicht von Jens Pühse war vorhersehbar und aus seiner Sicht nachvollziehbar. Er wollte auf Kosten einer bekannten Marke wie Werder Bremen in die Medien, wohin er mit seinem gewöhnlichen politischen Programm nie gelangt wäre. Auch die Reaktion des Vereins ist nachvollziehbar, weil Pühses Wirken mit der Satzung des Vereis kaum etwas gemeinsam hat. Pühse und viele andere Rechtsextreme vertreten die Meinung, dass auch negative Öffentlichkeit für sie von Wert sein kann. In diesem Fall aber müssen Journalisten diese Kampagne erkennen und nüchtern entzaubern. In der verkürzten Schlagzeile: “Nazi ist Mitglied des SV Werder und muss rausgeschmissen werden” hätte der Fall für Werder auch nach hinten losgehen können. Ähnlich war es bei dem Schornsteinfeger Lutz Battke 2010 in Laucha, in Sachsen-Anhalt. Der Jugendtrainer war als NPD-Funktionär aufgefolgen, Medien berichteten danach bundesweit und überboten sich in skandalisierenden Schlagzeilen. Die NPD verknüpfte die Schlagzeilen mit ihren gängigen Verfolgungs- und Opfertheorien, gerierte sich als standhafte Bewegung, die sich für die Jugend einsetzt – und am Ende erreichte Battke bei der Bürgermeisterwahl in Laucha fast 25 Prozent der Stimmen. Vor allem Journalisten sollten also Wochen nach der ersten Schlagzeilen noch einmal auf den Fall blicken und den Verlauf der NPD-Kampagne beschreiben. Außerdem kam mir in der Berichterstattung um Jens Pühse der politische Inhalt zu kurz. Wofür steht Pühse? Welche Ziele verfolgt er? Was hat er sich in der Vergangenheit zu Schulden kommen lassen? Man sollte genau begründen, warum jemand nicht in einen Verein gehört. Ob er dann juristisch auszuschließen ist, steht auf einem anderen Blatt – wichtig ist die Aufklärung.
Racaille Verte: Am 28.09.2011 demonstrierten etwa 1000 Menschen in Bremen gegen rechte Gewalt und die Entpolitisierung von Prozeßen. Damit äußerten sie sich kritisch gegen den Verlauf des Prozeßes gegen Mitglieder der rechten Hooligangruppen “Standarte” und “Nordsturm”, der nur einen Tag später mit sehr geringen Geldstrafen vor dem Bremer Amtsgericht zu Ende ging. Wie hast du die Demonstration und den zweiten und letzten Prozeßtag vor dem Bremer Amtsgericht erlebt?
Ronny Blaschke: Ich finde, dass der Prozess ein fatales Signal ausgesandt hat. Natürlich sichert der Rechtsstaat auch rechten Hooligans eine Verteidigung zu, aber der Rechtsstaat hat auch die Pflicht, einen solch gravierenden Überfall genau zu untersuchen. Dazu gehört eine detaillierte und engagierte Zeugenbefragung. Doch von Anfang an schien mir das Gericht nur darauf aus zu gewesen zu sein, den Prozess so kostengünstig und schnell wie möglich abzuwickeln. Das mag in manchen juristischen Auseinandersetzungen legitim sein, aber ganz gewiss nicht nach einem politisch motivierten Angriff auf antirassistische Fußballfans. Allgemein formuliert: Rechtsextreme wollen Demokratie und Rechtsstaat abwickeln, dabei nutzen sie aber die Errungenschaften des Rechtsstaats: Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit. Ein Gerichtsprozess hätte wichtige Öffentlichkeit für dieses Thema geschaffen, aber das Gericht hatte weder Gespür noch Kompetenz für das Thema. Stattdessen wurde um milde Strafen geschachert, gewitzelt und Einschüchterung gegen die Opfer betrieben. Umso erstaunlicher war es, dass Werder-Fans gemeinsam mit Verein, Fanprojekt, Parteien, Medien und Gewerkschaften ein Bündnis geschmiedet haben. Ich habe viele Leute gesehen, die sich wegen des politischen Angriffs an die Demo angeschlossen haben, nicht wegen des Fußballs. Die aktiven Ultras von Werder Bremen sind ein positives Beispiel dafür, dass Fußball und Politik eben nicht getrennt werden kann.
Lesung: Ronny Blaschke: „Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen“
Datum: Samstag, 26.11.2011; 19.00 Uhr
Ab 17:30 Uhr: Kuchen, Snacks, Getränke und Musik
Ort: Ostkurvensaal, Weserstadion Bremen
Eintritt frei!
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Ronny Blaschke liest im Ostkurvensaal aus seinem Buch „Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen“
Ronny Blaschke liest am Samstag, den 26.11.2011, um 19:00 Uhr im Ostkurvensaal des Bremer Weserstadions aus seinem neuen Buch „Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen“. Veranstaltet wird die Lesung von Racaille Verte in Kooperation mit dem Fan-Projekt Bremen. Der Ostkurvensaal öffnet bereits um 17:30 Uhr zu Snacks, Kuchen, Getränken und Musik.
Im Fußball sehen Rechtsextremist_innen ein Feld, in dem sie ihre menschenverachtenden Ansichten verbreiten und neue Anhänger_innen gewinnen können. Dass sie dabei in einzelnen Fällen besorgniserregende Erfolge verzeichnen können, beweist das neue Buch des Berliner Journalisten Ronny Blaschke: „Angriff von Rechtsaußen“.
Der Autor befasst sich seit Jahren mit dem rechtsextremen Treiben im Fußball und liefert eindringliche Beispiele: In Leipzig unterwandern Neonazis die Fanszene, in Lüdenscheid amtiert ein NPD-Funktionär als Schiedsrichter, in Wetzlar als Jugendtrainer. Neonazis gründen Sportvereine, um Jugendliche an ihre Kameradschaften heranzuführen; sie nutzen Fußballturniere zur Vernetzung und zur Stärkung ihrer Gruppenidentität. Musik, Kleidermarken, Internet sind die rechtsextremen Medien, über die sie ihre Gesinnung wirksam in den Fanszenen präsentieren und verbreiten.
Ronny Blaschke lässt Neonazis und Gegen-Aktivist_innen zu Wort kommen. Er beschreibt, wie Rechtsextreme das Verständnis von Demokratie und Toleranz im Fußball nachhaltig schädigen. Mit seinem sorgsam recherchierten und spannend verfassten Buch liefert er eine längst fällige Bestandsaufnahme – und ein Plädoyer für eine politische Diskussionskultur im Sport.
Das Buch wird es in der Boutique de la Racaille zu erwerben geben. Selbige wird ausnahmsweise auch für die Lesung geöffnet sein.
Lesung: Ronny Blaschke: „Angriff von Rechtsaußen – Wie Neonazis den Fußball missbrauchen“
Datum: Samstag, 26.11.2011; 19.00 Uhr
Ab 17:30 Uhr: Kuchen, Snacks, Getränke und Musik
Ort: Ostkurvensaal, Weserstadion Bremen
Eintritt frei!
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Radio Bremen fragt, wir antworten
Radio Bremen hat in seiner Regionalsendung buten un binnen einen kleinen Beitrag (wahrscheinlich etwa eine Woche lang erreichbar, hier der etwas längerfristig verfügbare Text) über die aktuelle Debatte zu Pyrotechnik und ihre unmittelbare Auswirkungen in Bremen gebracht. Er ist, mal abgesehen von der völlig wirren Anmoderation (“ohne Pyrotechnik gehen Ultras gar nicht erst ins Stadion”), einigermaßen gut recherchiert und bringt verschiedene Standpunkte. Dass sich bei der Recherche Mühe gegeben wurde, wussten wir vorher, hatten wir doch eine ganze Reihe Fragen bekommen und per Mail beantwortet. Da lediglich eine (und so ziemlich die banalste) Aussage von uns ihren Weg in den Clip gefunden hat, möchten wir hier alles weitere nachreichen – auch weil wir glauben, dass das Interview recht umfassend unsere Meinung darstellt und wir uns so das Abfassen eines langen Positionspapiers sparen. Voila:
b&b: Wie steht ihr als Ultras zum Abbrennen von Pyrotechnik (Bengalos)?
RV: Man muss hier differenzieren. Bengalische Fackeln sind für uns elementarer Bestandteil der Fankultur und wir glauben, dass man sie sicher einsetzen kann. Wir setzen uns szeneintern dafür ein, dass sie nicht geworfen werden, da sie dann nicht mehr kontrollierbar sind. Knaller und Leuchraketen hingegen sind immer unkontrollierbar und können schwere Verletzungen verursachen, daher lehnen wir ihren Einsatz ab.
b&b: Warum gehört das (zumindest bei Teilen der Ultras) zu gelungenen Choreografien und guter Stimmung dazu?
RV: Feuer verleiht einem abendlichen Spiel ein ganz anderes Flair. Es vermittelt eine aufgeheizte, euphorische Stimmung und zeigt der Mannschaft an: Wir brennen für euch, gebt alles! Das pusht einfach ungemein. Bunter Rauch kann einer Coreographie eine zusätzliche Dimension geben.
b&b: Inwiefern spielen da die Wurzeln der Ultras im südeuropäischen Raum eine Rolle?
RV: Der südeuropäische Raum und Südamerika sind Ursprung unserer Idee von Fandasein, ganz klar.
b&b: Wie beurteilt ihr die abgebrochenen Gespräche zwischen DFB und Ultra-Vertretern? Wäre für Euch ein kontrolliertes Abbrennen von Bengalos denkbar?
RV: Ja, auch wenn sicher noch zu klären wäre, was “kontrolliert” konkret bedeutet. Wir glauben eigentlich, dass es ausreichend ist, dass alle Anwesenden über den Einsatz von Pyrotechnik informiert sind und die Fackeln in der Hand gehalten werden. Von abgesperrten Bereichen, in denen sich dann zehn geschulte Pyrotechniker aufhalten, halten wir nichts.
b&b: Wie beurteilt ihr das harte Durchgreifen von DFB, Polizei und Vereinen gegen Pyrotechnik?
RV: Es ist schon bemerkenswert, dass es in den letzten Wochen überall gebrannt hat, darüber ausgesprochen viel berichtet wurde, es aber nirgends Meldungen über Verletzte gab. Währenddessen hat die Polizei durch den Einsatz von Pfefferspray und anderen Reizgasen dutzende Verletzte zu verantworten. Es bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung, dass die Polizei hier nicht nur überreagiert, sondern völlig falsch handelt.
b&b: Habt ihr Verständnis dafür, dass Werder sich die Geldstrafen bei den Verursachern zurückholen will?
RV: Nicht wirklich. Wir würden es begrüßen, wenn Werder gegen die Strafen vorgehen würde. Die sind ja nicht gottgegeben, und insofern sind nicht nur diejenigen Verursacher_innen, die zündeln, sondern auch die, die die Strafen festlegen. Die Vereine könnten ja auch sagen: “Es wurde niemand verletzt, was ist das Problem? Wir wollen eine lebendige Fankurve, und werden dafür nicht weiterhin bezahlen.”
b&b: Polizei und Vereine betonen die Gesundheitsgefahren von Bengalos. Seht ihr diese Gefahr auch? Wie steht ihr dazu?
RV: Die Gefahren entstehen überwiegend durch die Illegalität. Wenn man versteckt zündeln muss, liegen die Fackeln auf dem Boden, rollen dort umher. Wenn zuviel auf einmal in Brand gerät, kann es zu einer Stichflamme kommen. Das ist gefährlich, keine Frage. Beides ist vermeidbar, wenn man die Bengalos in der Hand halten darf.
Es heißt immer wieder und leuchtet durchaus ein, dass Menschen mit Atemwegskrankheiten Probleme kriegen können. Wenn man vorher ankündigen könnte, dass gezündelt wird, könnten diese Menschen den entsprechenden Bereich meiden.
Ein Restrisiko bleibt immer, aber es fordert ja auch niemand ernsthaft, das Autofahren zu verbieten.
b&b: Beobachtet ihr eine Trotzreaktion der Fan-Szene gegen dieses harte Durchgreifen und den Abbruch der Gespräche?
RV: Ja.
b&b: Aus welchem Grund wird Pyrotechnik eigentlich nur von Auswärtsfans eingesetzt?
RV: Das stimmt so allgemein nicht. Die Bremer Gruppen halten es jedenfalls traditionell so, um das Vertrauensverhältnis mit dem Verein nicht zu gefährden.
b&b: Fühlt ihr Euch kriminalisiert, z.B. wenn Pyrotechnik und Gewalt bzw. Ultras und Gewalt in einen Topf geworfen werden?
RV: Kriminalisiert sind de fakto alle diejenigen, die Pyrotechnik einsetzen. Das Phänomen, auf das Sie anspielen, ist vielmehr eins von schlechtem Journalismus. Da wird sich einfach nicht die Mühe gemacht, zu differenzieren, die Vorgänge zu durchdringen und präzise zu beschreiben. Der Einsatz von Pyrotechnik ist keine Gewalt, das ist eigentlich sehr einfach.
b&b: Was wären Eure Erwartungen an DFB, Polizei und Vereine?
RV: In der derzeitigen, aufgeheizten Situation wäre unsere erste Erwartung, dass sie sich beruhigen und ihre populistische Hetze gegen die Fans einstellen. Die Polizei soll aufhören, sich als Retter in der (nicht vorhandenen) Not zu profilieren und aufhören,* sinnlos Menschen zu verletzen. Die Vereine und der DFB sollten akzeptieren, dass es eine Fankultur gibt, die ihre Freiheiten fordert und darauf vernünftig eingehen.
*Die Dopplung ist uns erst im Nachhinein aufgefallen, die Streichung ist ein Kompromiss zwischen Lesbarkeit und Redlichkeit.
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Wir sammeln: Kleidung
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie einige von euch wohl schon mitbekommen haben, ist es grade in dieser Region wieder etwas kälter geworden, der Herbst und der darauf folgende Winter klopfen langsam an der Tür an! Zeit für euch, eure Kleiderschränke auszuräumen, denn nicht jedem geht es finanziell so gut, so dass weitere warme Kleidungsstücke für manch Person purer Luxus sind..! Deswegen rufen wir, Racaille Verte, euch dazu auf, kommt bei uns am Stand vorbei und bringt eure Klamotten, die ihr entbehren könnt, vorbei! Wir werden diese dann die kommenden Heimspieltage sammeln und an Bedürftige weiterleiten!
Racaille Verte
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Wieder nur Werbung im Briefkasten? Das muss nicht sein.
Abhilfe schafft die brandneue Nummer 33 der “Parole de la Racaille”.
Ab 5 Ausgaben gibt es unser Magazin wieder im Versand. Das kostet 3,50€ pro Heft plus 2,-€ Versandkostenpauschale. Schreibt einfach eine mail an info<at>racaille.de und freut Euch auf tiptop Lesespaß mit u.a. diesen Themen:
Wir haben auf 130 Seiten viele, viele Buchstaben aneinander gereiht, die Ihr zu sinnvollen Sätzen verbinden dürft.
Natürlich gibt es die Parole neben den anderen bunten Sachen auch bei den kommenden Heimspielen an unserem Stand am/im OKS.
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Rechte Gewalt stoppen! Schluss mit der Verharmlosung von rechter Gewalt! Schluss mit der Entpolitisierung von Prozessen!
MITTWOCH, 28.09.2011
17:00 Uhr
OSTKURVENSAAL / Weserstadion
Im Januar 2007 wurde die erste Jubiläumsfeier der Ultrà-Gruppe „Racaille Verte“, welche im Ostkurvensaal des Weser-Stadions stattfand, von rechten Hooligans überfallen. Hintergrund des Angriffs war die öffentliche Positionierung von „Racaille Verte“ als antirassistische Fußballfangruppierung sowie die überwiegende Distanzierung der Ultrà-Szene von rechten Ideologien. Es wurde gezielt eine Person verprügelt und dabei schwer verletzt. Weitere Partygäste wurden bespuckt und geschlagen. Gegenstände wurden durch den Saal geworfen. Zwei Personen mussten im Krankenhaus behandelt sowie mehrere Verletzte notärztlich versorgt werden. Weitere Angriffe wurden angedroht, wenn an der antirassistischen Position festgehalten werden würde. Die Teilnehmer an dem Angriff sind teilweise in rechten Strukturen, wie z.B. regionalen Kameradschaften, organisiert und mehrfach auf NPD-Veranstaltungen beobachtet worden. Sie sind Mitglieder der rechten Gruppen „Standarte Bremen“ und „Nordsturm Brema“ (NSHB) bzw. deren Umfeld.
Aufgrund von Zeug_innenaussagen hat die Staatsanwaltschaft nach über viereinhalb Jahren (!) einen Prozess gegen sieben Angreifer angestrengt. Diese skandalöse Verzögerung hängt nicht etwa, wie von Seiten der Justiz behauptet, mit Aussageverweigerungen der Zeug_innen zu sammen. Diese hatten sich mehrheitlich bereits drei Monate nach dem Angriff zur Verfügung gestellt. Die tatsächlichen Ursachen für den derart verspäteten Prozessbeginn bleiben also weiterhin unklar.
Am vergangenen Donnerstag, den 22.09.2011, begannen die Verhandlungen im Amtsgericht Bremen. Dabei wurde seitens des zuständigen Richters eine Verkürzung des Verfahrens vorgeschlagen. Sollten Staatsanwalt und Verteidigung diesem Vorschlag zustimmen, würden die Angeklagten mit schockierend milden Strafen davonkommen. Das Verfahren könnte bereits am zweiten Verhandlungstag (Donnerstag, den 29.09.2011) beendet sein. Ein solcher Ausgang wäre in vielerlei Hinsicht folgenschwer. Ein Umstand, der von der Justiz offensichtlich billigend in Kauf genommen wird.
Denn zu dem Ausmaß des Falles gehören massive Einschüchterungsversuche gegenüber Zeug_innen. Eine Strategie, von der nicht einmal bei Prozessbeginn abgesehen wurde. Ganz im Gegenteil kam es zu Beschimpfungen und dem Abfotografieren von Prozessbeobachter_innen und Journalist_innen. Weder der Richter noch das Justizpersonal oder die Polizei schritten dabei entscheidend ein. Alle, die sich couragiert bereit erklärt haben, auszusagen, sind nun den Nazis über Gerichtsakten namentlich bekannt. Jetzt seitens des Gerichts einen harmlosen Deal vorzuschlagen, der in seiner Wirkung nicht einmal einem „Schuss vor den Bug“ gleichkommt, steht in keinem Verhältnis zu dem Risiko, das die Zeug_innen auf sich genommen haben. Dies und die Ansetzung vor der niedrigsten Instanz zeigen auf, dass die Justiz die Dimension des Verfahrens nicht erkannt hat.
Der Vorschlag von Geldstrafen, teilweise auf Bewährung, wird dem politischen Charakter nicht gerecht. Die Chance, ein klares Zeichen gegen die Gewalttätigkeit von Nazis setzen zu können, würde dadurch verpasst werden. Menschen, die sich gegen die faschistischen Strukturen positionieren, würden von der Justiz alleine gelassen werden. Die Aussage des Amtsgerichts, mit dem vorgeschlagenen Übereinkommen den „Konflikt zu befrieden“, entbehrt jeglicher Realität. Es handelt sich auf keinen Fall um „innerfamiliäre Streitigkeiten“ (Verteidigung), stattdessen ist mit weiteren Übergriffen zu rechnen – erst recht, wenn die Angeklagten durch ein mildes Urteil dazu ermuntert werden. Denn eine zögerliche Rechtsprechung würde die Angeklagten sowie deren Umfeld in ihrem Handeln bestärken.
Um auf den Justizskandal aufmerksam zu machen, rufen wir zu einer Demo am Mittwoch, den 28.09.2011, um 17:00 Uhr auf. Vom Ort des Angriffs, dem Ostkurvensaal am Weser-Stadion, gehen wir zum Amtsgericht Bremen. Damit setzen wir ein Zeichen gegen das unfassbare Vorgehen der Bremer Justiz und zeigen, dass die Einschüchterungsversuche der Nazis nicht fruchten.
Rechte Gewalt nicht als szenetypischen Konflikt verharmlosen! Wir lassen uns nicht einschüchtern!
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Das völlig falsche Signal!
Wir dokumentieren hier die heutige Pressemitteilung des Fanprojekts:
Das Amtsgericht Bremen hat zum Prozessauftakt zum Überfall auf den Ostkurvensaal vor über 4 Jahren die Beendigung des Verfahrens gegen die Angeklagten gegen Bußgeld und ein Geständnis vorgeschlagen. Die 7 Angeklagten müssen dem nur noch zustimmen.
Klar ist jetzt, dass das Amtsgericht davon ausgeht, dass es sich um einen Konflikt unter zwei Fangruppen von Werder handelt und dass die Beendigung des Verfahrens die Szene befriedet. Dies ist nicht der Fall, sondern im Gegenteil. Zumal es sich nicht um Konflikte zweier wie auch immer gearteter Fangruppen handelt, sondern um einen Überfall von Neonazis und Nazihooligans auf die Feier einer antirassistischen Fangruppe, um diese einzuschüchtern, mundtot zu machen und ihre antirassistische Arbeit beim Fußball zu verhindern.
Die betroffenen Fans und das Fan-Projekt Bremen gehen nun davon aus, dass sie bei Beendigung des Verfahrens wieder Zielscheibe von erneuten körperlichen Übergriffen werden. Zudem kommt eine Beschädigung des Rechtsstaatverständnisses hinzu. So ist das Vertrauen in die verantwortlichen Behörden und Beamten bei den Werderfans schwer beschädigt, wenn nicht sogar erschüttert.
Höchst problematisch war auch das Verhalten der Richter und der Beamten während des Prozesses. So konnten die “Unterstützer” der Angeklagten sich vermummt im Zuschauerraum aufhalten und Zuschauer des Prozesses ungehindert fotografieren. Als ein Mitarbeiter des Fan-Projekts einen Beamten darauf aufmerksam macht, wurde er von einem der vermummten “Zuschauer” bedroht und von einem der Verteidiger der Angeklagten gemaßregelt. Der Richter, als auch ein Justizbeamter griffen nicht ein. Da stellt sich die Frage: Wer war hier eigentlich der Herr des Verfahrens?
Generell stellt sich die Frage, warum wurde weit über 4 Jahre ein Prozess angestrebt, der nun so schnell wie möglich wieder beendet werden soll?
Das Fan-Projekt Bremen fordert deshalb alle zivilgesellschaftlichen Gruppen auf, dieser Verharmlosung von neonazistischen Aktivitäten in Bremen entgegen zu treten und sich mit den Betroffenen Werderfans zu solidarisieren.
Dem können wir uns nur anschließen. Stay tuned!
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